Unter dem Meer vor der Westküste Koreas verläuft ein Straßentunnel 6,9 km durch den Fels. Darüber hebt und senkt die Flut das Wasser um bis zu 4 Meter. Kann man dieses Wasser von unten wiegen?
Ein koreanisches Team versuchte es mit Myonen. Diese Teilchen regnen aus der kosmischen Strahlung herab und durchqueren Fels und Wasser. Je mehr Materie darüber liegt, desto weniger kommen durch.
Ihr Detektor stand 31,6 Tage im Tunnel und zählte 1,9 Millionen Myonen. Jeder zusätzliche Meter Meer senkte die Zählrate um 1,72 Prozent. Der Rhythmus passte zum Gezeitenpegel, etwa alle zwölfeinhalb Stunden.
Ein Gezeitenpegel misst den Meeresspiegel an einem Punkt. Myonen wiegen das gesamte Wasser darüber. Der Detektor erfasste jede Flut sogar etwa 7 Minuten vor dem nächstgelegenen Pegel.
Quelle: Precision measurement of ocean tides using cosmic-ray muons, https://arxiv.org/abs/2610.05294










